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Gestalten mit Pflanzen

Foto: BGL/Brigitte Röde

In der Corona bedingten Lockdown-Zeit halten sich viele Personen wieder vermehrt in ihren eigenen Gärten auf und befassen sich mit Fragen, wie sie diesen weiterentwickeln könnten. Brigitte Röde (Landschaftsarchiketin) gibt in ihrem Interview Einblick, wie sie mit Kundinnen und Kunden die Gartengestaltung angeht. Welche Hausaufgaben Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer erledigen müssen und wie eine atmosphärisch ansprechende Bepflanzung gelingt.

Foto: Helix/Von Sternberg Photography

Begrünte Häuserfassaden im urbanen Raum punkten mit zahlreichen positiven Effekten: Die Pflanzen binden Feinstaub, produzieren Sauerstoff und sorgen durch Beschattung und Verdunstung von Wasser für ein angenehmes Klima in der direkten Umgebung.

Bild BGL/Ferdinand Graf Luckner

Hanne Roth hat nach einer Lehre im Garten- und Landschaftsbau an der FH Weihenstephan Landespflege studiert. Daran schlossen sich viele Praxisjahre in Gärtnereien sowie die organisatorische Mitarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung von bayerischen Landesgartenschauen an.

Bild BGL: Akkkurat geschnittene Hecken, zu Kugeln geformte immergrüne Gehölze und als Solitäre platzierte Koniferen - mit einem professionellen Formschnitt wird ein Privatgarten zum durchkomponierten Kunstwerk.

Der Garten ist ein uraltes Kulturgut – das mag im ersten Moment etwas paradox klingen. Doch tatsächlich haben die Anlage und Pflege einer eigenen, grünen Oase eine lange Tradition. Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer liessen Teile der Landschaft so gestalten, dass sie ihren Wünschen entsprachen.

Bild Picturegarden Rohner: Eingebettet in filigrane Gräsertuffs wirken die rosafarbenen Ähren des Schlangenknöterichs (Persicaria) sehr verspielt. Blaue Storchenschnabelblüten (Geranium) ergänzen die Szenerie.

Mischpflanzungen aus mehrjährigen Blütenstauden und Gräsern bringen Abwechslung in den Garten. Der Blütenmix ist nicht nur optisch attraktiv und pflegeleicht, sondern zieht auch Vögel, Wildbienen und Schmetterlinge an. Ob sonnig, schattig, feucht oder trocken: Es gibt für jeden Standort die passende Mischung.

Bild BGL

Anders als der Garten hinter dem Haus bietet die Fläche zur Strae hin oft nur relativ wenig Platz für Begrünung. Sowohl in der Breite als auch in der Höhe gibt es Begrenzungen. Darüber hinaus wollen Weg, Briefkasten, Mülltonnen und Lichtinstallationen untergebracht werden. Das minimiert den zur Verfügung stehenden Pflanzbereich zusätzlich.

Foto: fluwel.de

Narzissen zählen neben Tulpen zu den bekanntesten Frühjahrsblühern. Mit ihren zierlichen Blüten begrüssen sie das neue Gartenjahr und haben auch fleissigen Insekten, wie Hummeln und Bienen, nahrhafte Pollen und Nektar zu bieten.

Bildnachweis: GMH/Gartenbau Hetjens

(GMH/LV-NRW) Blattschmuck vom Feinsten: Wegen ihrer attraktiven Blätter haben die robusten Strauchveronika (Hebe) aus Neuseeland in den letzten zwei Jahrzehnten hierzulande viele Freunde gewonnen. Für eine stimmige Herbstbepflanzung sind die kleinen Büsche ideale Begleiter von Chrysanthemen (Chrysanthemum), Besenheide (Calluna), Herbstastern (Aster) und Alpenveilchen (Cyclamen).

Bildnachweis: GMH/Bettina Banse

Die Tage werden allmählich kürzer, doch dafür ergeht sich die Natur in einem stimmungsvollen Farbenrausch. Nicht nur Gehölze entfalten mit ihrem Herbstlaub eine grosse Farbenvielfalt. Auch verschiedene Stauden leuchten mit ihren gefärbten Blättern in der Hersbstsonne.

Bild Picturegarden Rohner: Die klassischen Garden-Mums eignen sich besonders gut als Türwächter, da sie eine enorme Fernwirkung garantieren.

Pflanzen machen Eindruck, vor allem, wenn sie stimmungsvoll an der Haustüre platziert sind. Als pflanzliche Türwächter lassen sie vergessen, dass der Sommer sich verabschiedet und die kalte Jahreszeit naht. Ausgesuchte Gefäss- und Pflanzenkombis zeugen von Geschmack und Individualität. Wohin gehen die Trends? 

Blütendiadem: Lavendel, Perlkörbchen (Anaphalis triplinervis) und der extravagante Hopfen-Dost (Origanum rotundifolium) krönen die elegante Sandsteinmauer. Am Fuß schmückt sie eine Bordüre aus Spanischem Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus). (Bildnachweis: GMH/Anne Eskuche)

(GMH/BdS) Eines steht fest, Gärten mit Gefälle sollte man nicht im Laufen bewundern. Sonst ergeht es einem wie Flora, der Göttin der Blumen: Kurz nicht aufgepasst, schon rutscht einem das Füllhorn aus der Hand und die ganze Pracht ergiesst sich über den Hang.

Bild BGL: Steppen-Salbei betört mit würzigem Duft und intensiver Farbe. Pflanzt man ihn grosszügig, sind die lilafarbenen Blütenstände ein wahrer Blickfang, den auch Bienen und Schmetterlinge zu schätzen wissen. Eindrucksvoll ist die Kombination mit feinen Gräsern.

"Sie sind überall!" Diesen Satz hört man gelegentlich in unheimlichen Filmen – ängstlich gehaucht oder panisch gerufen. Eine dramatische Aussage, die die Bedrohlichkeit der Lage verdeutlichen soll. Zugegeben: In Bezug auf Schottergärten mag diese Feststellung übertrieben wirken, aber: Ja, die grauen Vorgärten sind tatsächlich überall – in den Städten, den Vororten und sogar auf dem Land.

Bild GMH/Gärtnerei Viehweg: Auch bei Insekten beliebt: Fetthennen (Sedum) brauchen we-nig Wasser, sind ausgesprochen pflegeleicht und bilden attraktive Blüten.

(GMH/LV-NRW) Es gibt Pflanzen, die machen wenig Arbeit, sehen toll aus und sind zudem wertvoll. Dazu gehören Dickblattgewächse, auch Blattsukkulenten genannt. Sie brauchen sehr wenig Wasser und vertragen selbst pralle Sonne bei hohen Temperaturen. Und nicht zuletzt blühen sie auch noch sehr ansprechend für Menschen und Insekten.

Bild GMH/Bettina Banse: Riesen-Chinaschilf (Miscanthus x giganteus), Palmwedel-Segge (Carex muskingumensis) und Funkien (Hosta).

GMH/BdS) Sie rascheln. Sie flüstern. Sie wiegen sich im Wind und vermitteln ein Gefühl von Freiheit. Wer an Gräser in der freien Natur denkt, fühlt sich gleich etwas leichter. Das mag daran liegen, dass wir von Gräsern geprägten Landschaften vor allem in unserer Freizeit begegnen, aber sicherlich auch am Wesen der Gräser selbst.

"Das Leben in der Stadt wird von Jahr zu Jahr unerträglicher, und Leute mit moderatem Einkommen, die sich schon lange nach einem bescheidenen Haus auf dem Land gesehnt haben, fangen an, ihre Wünsche zu verwirklichen." Nein, das ist kein Zitat aus diesem Jahr, sondern stand schon 1899 in der britischen Zeitschrift "Country Life". 

Gärten von Appeltern

Superlative sind so eine Sache. Ständig wird von etwas anderem behauptet, das Grösste oder Höchste oder Schnellste oder Neuste zu sein. Wir begegnen diesen Wörtern im Alltag so oft, dass sie nur noch selten für Aufsehen sorgen. Meist lesen wir schon über sie hinweg, manchmal verdrehen wir sogar die Augen. Doch manchmal ist ein Superlativ einfach das richtige Wort, um etwas Aussergewöhnliches zu beschreiben – so zum Beispiel bei den Gärten von Appeltern.

Bild: fluwel.de

Schon seit Jahrtausenden sind die Menschen von der Narzisse begeistert. So banden die alten Ägypter Kränze aus ihren Blüten, die Bewohner des historischen Pompeji integrierten sie in ihre prachtvollen Wandgemälde.

Bild garten.ch: Knollenbegonien in grosser Vielfalt für den Schatten

(GMH/BVE) Mit den richtigen Pflanzen erstrahlt jede noch so sonnenarme Ecke. Auch schattige Standorte auf dem Balkon, der Terrasse oder im Pflanzkübel vor der Haustür lassen sich mit tollen Blüten verschönern, da es zahlreiche Pflanzen gibt, die keine direkte Sonne mögen.

RHS / Sarah Cuttle

Die Royal Horticultural Society (RHS) hat am Dienstag 118 RHS-Medaillen an die Gärten und Blumenausstellungen im Grossen Pavillon auf der diesjährigen RHS Chelsea Flower Show (21.-25. Mai) vergeben, wobei Andy Sturgeon den Titel Best in Show für den M&G Garden erhielt.

Pflanzenträume

Im urbanen Raum hat die Natur längst ihre bedrohlichen Seiten verloren. Lawinen und Rutschhänge sind gebändigt und die gefährlichen Tiere ausgerottet. Dank ausgefeilter Technologien der Lebensmittelproduktion und –lagerung besteht eine grosse Unabhängigkeit gegenüber Unwettern und Naturkatastrophen, so dass keine Hungersnot mehr ausbricht in schlechten Erntejahren. In vielen Städten ist die Natur durch die lückenlose Überbauung gänzlich ausgesperrt.In den vergangenen Jahren hat daher ein Gegentrend eingesetzt, die Natur wieder in den Lebensraum des Menschen zurückzuholen.