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Sedum sonnenhungrig und unkompliziert – die «Pflanze des Jahres» 2020

Bild JardinSuisse: Die sternchenförmigen, goldgelben Blüten des einheimischen Scharfen Mauerpfeffers (Sedum acre) dienen verschiedenen Wildbienenarten als Nahrungsquelle. Am schönsten wirkt er zwischen Mauersteinen oder als Grasersatz auf sandigen, nährstoffarmen Böden.

Dieses Jahr kürt der Unternehmerverband Gärtner Schweiz JardinSuisse erstmals eine «Pflanze des Jahres». Mit Sedum fiel die Wahl gleich auf eine ganze Gattung klimafester, insektenfreundlicher Pflanzen, die Rabatten wie Hausdächer unkompliziert begrünen.

Fetthenne und Tripmadam, Mauerpfeffer und Felsen-Fettblatt: Die Gattung Sedum ist äusserst vielgestaltig und in zahlreichen Regionen der Welt vertreten. Die hierzulande für den Garten geeigneten Arten reichen von polsterbildenden, wenige Zentimeter hohen Kleingewächsen bis zu Gartenstauden, die 60 cm und höher werden. Manche besiedeln Mauerritzen oder zieren Pflanzschalen, andere peppen Blumenrabatten und Töpfe mit sternförmigen Blüten und farbenfrohem Herbstlaub auf. Einige Sedum-Vertreter sind immergrün und sorgen auch im winterlichen Garten für grüne Farbtupfer.

Bild JardinSuisse: Die Felsen-Fetthenne bzw. Tripmadam (Sedum reflexum) kommt in ganz Kontinentaleuropa vor. Sie wird etwa 10 bis 15 cm hoch und blüht von Juli bis August in kräftigem Gelb.

Sie lieben die Sonne
Alle Sedum-Arten sind genügsame, lichthungrige Gartenpflanzen. Dass sie heisse und trockene Sommertage schadlos überstehen, ist einer entwicklungsgeschichtlichen Besonderheit zu verdanken. Als Blattsukkulenten sind sie in der Lage, in ihren dickfleischigen Blättern Wasser zu speichern – ein Kniff, auf den Bezeichnungen wie «Fetthenne» oder «Fettblatt» hindeuten.
Die höheren Sedum-Vertreter faszinieren vor allem durch ihre schirmartigen Blütendolden in Rosa, Karminrot oder Weiss. Am gelungensten kommen sie in Staudenmischpflanzungen in Kombination mit Ziergräsern, Herbst-Astern, Sonnenhut oder Ehrenpreis zur Geltung. Doch auch im Bauerngarten oder in Gefässen auf der sonnigen Terrasse machen sie eine gute Figur.

Bild JardinSuisse: Der Weisse Mauerpfeffer (Sedum album) ist einheimisch und immergrün. Im Juni bis August bilden sich weisse Blütenstände. Besonders schön wirkt er zwischen grossen Steinen gepflanzt.

Standort und Pflege
Da gerade die hohen Sedum-Arten ganzjährig reizvoll sind, müssen die vertrockneten Teile erst kurz vor dem Neuaustrieb im Frühjahr geschnitten werden. Die niedrigen Arten benötigen gar keinen Schnitt. Auf Dünger sowie zu generöse Wassergaben kann man verzichten: Zu viele Nährstoffe schaden eher, als dass sie helfen.
Als Trockenheitskünstler fühlt sich Sedum an vollsonnigen Standorten mit gut wasserdurchlässigem, nicht zu nährstoffreichem Boden am wohlsten. Für die Bepflanzung von Gefässen empfehlen sich Substrate mit einem hohen Anteil an mineralischen Komponenten. Auch zur Dachbegrünung sind Spezialsubstrate ratsam.

Bild JardinSuisse: Die sternchenförmigen, goldgelben Blüten des einheimischen Scharfen Mauerpfeffers (Sedum acre) dienen verschiedenen Wildbienenarten als Nahrungsquelle. Am schönsten wirkt er zwischen Mauersteinen oder als Grasersatz auf sandigen, nährstoffarmen Böden.

«Pflanze des Jahres» erstmals vergeben
Dass JardinSuisse gerade Sedum zur «Pflanze des Jahres» gewählt hat, kommt nicht von ungefähr. «Mit Sedum wollen wir eine ganz besondere Pflanzengattung aus dem umfangreichen Sortiment der Schweizer Gärtnereien und Fachgartencenter hervorheben», erklärt Norbert Schaniel, Präsident des Fachrats Gärtnerischer Detailhandel von JardinSuisse. Klar ist: Nur wenige andere Pflanzengattungen sind so pflegeleicht, trockentolerant, insektenfreundlich und gartenwürdig wie Sedum. Den Titel «Pflanze des Jahres» 2020 hat sie sich verdient.

Bild JardinSuisse: Weil Fetthennen Trockenperioden gut überstehen, werden sie gerne zur Dachbegrünung eingesetzt. Das ergibt bunte Tupfen inmitten der rot-grauen Meere aus Dächern.

Kurzinfo
Die Gattung Sedum umfasst weltweit über 450 Arten, 15 davon sind in der Schweiz heimisch. Hinzu kommen zahlreiche gartenwürdige Züchtungen. Besonders ihre Hitzeverträglichkeit macht sie fürs Gärtnern in Zeiten des Klimawandels ideal. Als Insektennährpflanzen und Schmetterlingsmagnete kommt ihnen zusätzlich eine wichtige ökologische Bedeutung zu.

Bild JardinSuisse: Wildbienen, Hummeln und andere Insekten nutzen Sedum als Nektarquelle. Gerade Arten wie Sedum 'Herbstfreude' blühen spät im Jahr, also zu einem Zeitpunkt, wenn das Angebot an Blüten abzunehmen beginnt.

Gartenwürdige Sedum-Arten
Es gibt viele verschiedene Sedum-Arten, welche in einem Garten oder in einem Topf gut zur Geltung kommen. Hier eine kleine Auswahl – die Gärtnerei oder das Gartencenter ihres Vertrauens hat viele weitere im Angebot.

  • Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre), sternchenförmige, goldgelbe Blüten von Juni bis Juli, zierende Samenstände im Winter. Höhe 5 – 10 cm. Immergrün.
  • Weisser Mauerpfeffer (Sedum album), immergrün und einheimisch. Weisse Blütenstände von Juni bis August. Höhe 15 cm.
  • Felsen-Fettblatt (Sedum cauticola 'Lidakense'), auffällig blaugraue, bereifte, rundliche Blätter und karminrote Blütendolden von August bis September. Höhe 10 cm. Immergrün und polsterbildend.
  • Reichblühendes Fettblatt (Sedum floriferum 'Weihenstephaner Gold'), gelbe Blüte von Juli bis August, danach rote Herbstfärbung. Höhe 15 cm.
  • Tripmadam (Sedum reflexum), lineare, dachziegelartig angeordnete Blätter und gelbe Blüte von Juli bis August. Höhe 10 – 15 cm. Immergrün.
  • Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare), einheimischer immergrüner Bodendecker mit gelber Blüte von Juni bis Juli. Höhe 5 – 10 cm.
  • Prächtiges Fettblatt (Sedum spectabile 'Stardust'), flache, weisse Blütendolden im September und Oktober. Auch als Schnittblume. Höhe 30 cm.
  • Grosse Fetthenne (Sedum telephium 'Herbstfreude'), attraktiver Herbstblüher, zierende Samenstände im Winter. Höhe 30 – 60 cm.

Bild JardinSuisse: Die eingetrockneten Stängel der hohen Sedum-Arten sollten erst im Frühling zurückgeschnitten werden. Sie dienen verschiedenen Insekten als Schutz über den Winter und lassen, mit Raureif und Schnee geschmückt, zauberhafte Winterbilder entstehen.

Bild JardinSuisse: Fetthennen sind bei Gärtnern mit Zeitmangel besonders beliebt: Sie benötigen keinen Dünger, kaum Pflege und müssen nur bei langanhaltender Trockenheit gegossen werden.

 

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