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Funkien (Hosta) – Prächtig im Schatten, unkompliziert und langlebig

Den Funkien (Hosta) wird in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit zugewandt. Sie sind zur Staude des Jahres 2009 gewählt worden. Eine höchst verdiente ‚Oscar’-Auszeichnung!

Hosta albomarginata (Bild Tomasz Gòrny)

Langlebig, robust, mit schönem Laub und Blüten, manche duftend, geeignet für kleine und grosse Töpfe, an halbschattigen und sonnigen Lagen. Sie passen in grosse und kleine Gärten, auf Balkone oder Fensterbretter. Funkien sind auch für Sammlerinnen ein erfreuliches Subjekt, gibt es doch gut 50 Arten und mehr als tausend Sorten, die man aus der ganzen Welt – besonders viele aus den USA – erstehen kann.

Hosta 'Bressingham Blue' (Bild Wikipedia)

Die Pflege ist nicht aufwendig und auch nicht komplizert, wenn der Standort gut gewählt wird. Ideal sind halbschattige bis schattige Standorte in frischen Böden. Manche ertragen auch sonnige Standorte, aber dann muss der Boden genügend feucht sein. Sonnige Standorte sind ganz ungeeignet für weiss panaschierte Sorten, die Verbrennungen an ihren Blättern davon tragen. Auch Blaublatt-Funkien wachsen an schattigen Standorten besser.
Eine Kompostgabe im Frühjahr mit etwas Hornspänen ergänzt, genügt im Freiland als Düngung. In Töpfen und Kübeln ist ein Langzeitdünger oder regelmässige Flüssigdüngung empfehlenswert.
Die Funkien haben ein paar Feinde, allen voran die Schnecken, die ihnen und vor allem den Gärtnerinnen und Gärtnern das Leben schwer machen. Sie mögen allerdings nicht alle Sorten gleich gerne. Sie stürzen sich gerne auf weiss panachierte Sorten, die ein zarteres Blatt haben; stärker gefährdet sind auch jene Sorten mit Blütenduft. Auf der ausgezeichneten Website von Elfriede Lungenschmied, die Kennerin und Sammlerin von Funkien ist (www.hosta.at) finden Sie Listen mit schneckenresistenten, kleinwüchsigen, duftenden und glänzenden Sorten.

Hosta fortunei 'Picta' (Bild UBS Botanical Garden Vancouver, Stan Shebs)

Wie bei anderen Schattenpflanzen auch, stellen Dickmaulrüsslers mitunter ein Problem dar. Es sind nicht so sehr die ausgewachsenen Käfer, die Schaden anrichten mit ihren halbkreisartigen Frassspuren, sondern die Larven, die sich an den Wurzeln gütlich tun und die ganze Pflanze zum Absterben bringen können. Wirkungsvoll bekämpfen kann man die Larven mit dem Giessen von Nematoden im Frühjahr und Spätsommer (www.biogarten.ch). Chemische Bekämpfung mit Marshall und Actara ist möglich, allerdings handelt es sich dabei um Umweltgifte, die auch Nützlinge gefährden und nur in grossen zeitlichen Abständen ausgebracht werden dürfen.

Geeignete Kombinationen

An halbschattigen Lagen können Funkien, je nach Grösse, gut als Unterpflanzung von Gehölzen eingesetzt werden. Kombiniert mit Hortensien, Farnen, Gräsern Euphorbien oder blühenden Pflanzen wie Storchschnäbeln, Glockenblumen, Akelei, Eisenhut, Prachtkerzen, Fingerhut, Stauden-Vergissmeinnicht, Salomonssiegel sind sie ein Blickfang in schattigen Staudenbeeten. Auch Geissbart, Silberkerzen, Staudenknöteriche oder Zierrhabarber sind gute hohe Kombinationspartner.

Hosta fortunei 'Picta' (Bild Botanical Garden Vancouver, Stan Shebs)

Weiss oder gelb panaschierte Funkien hellen dunkle Schattenplätze auf und ziehen den Blick an. Bevor die Funkien im Frühjahr austreiben, blühen Zwiebelpflanzen wie Anemonen, Schneeglöckchen, Scharbockskraut, Ipheion, Tulpen oder Krokusse. Mit wachsendem Blattaustrieb lenken die Funkien die Aufmerksamkeit auf sich. Bereits dieser Austrieb ist spektakulär und ein besonderer Blickfang. Etwas unterschätzt wird manchmal die Blüte, die in der üppigen Blätterpracht bei manchen Sorten beinahe untergeht. Wenn die Blüten duften, lohnt es sich, ein Exemplar nahe eines Garten-Sitzplatzes oder einer Terrasse in einem grossen Topf zu halten.
Im Herbst verfärben sich die Blätter gelb und sterben ab, um dann im Frühjahr wieder auszutreiben. Manchenorts wird die Herbstfärbung gelobt. Die einfache Gelbfärbung und das schnelle Zusammenfallen der Blätter finde ich allerdings nicht so attraktiv. Aber das ist wohl Geschmacksache.
Es gibt mittlerweile ein Sortiment an zwergigen Sorten, das sich für Töpfe, Tröge oder schattige Bereiche in einem Steingarten eignet. Diese kleinen Sorten werden nur 15 cm hoch und bilden kompakte, kleine Horste. Daneben gibt es die Riesen mit ihren Blatthorsten von 80 cm Höhe und Blütenständen von 120 cm Höhe. Dazwischen sind sämtliche Grössenabstufungen erhältlich. Von den Blattvarianten ganz zu schweigen: bläuliche, sattgrüne, weiss- oder gelb-panaschierte, gewellte, glatte, glänzende. Eine Sortenempfehlung wäre an dieser Stelle verfehlt.
 

Die ausgezeichnete Website der engagierten und fachkundigen Sammlerin, Elfriede Lungenschmied: www.hosta.at

Amerikanische Hosta-Gesellschaft, wohl die grösste und angesehenste: www.americanhostasociety.org

Kleines, feines Sortiment bei Gärtnerei Blattgrün, Rifferswil/ZH www.gaertnerei-blattgruen.ch

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