
Dicht begrünte Vorgärten sind nicht nur schön anzusehen, sie haben – besonders bei den aktuell hohen Temperaturen im Sommer – auch einen grossen Vorteil. „Pflanzen kühlen an heissen Sommertagen aktiv die Luft!“, erklärt Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL).
„Denn die Pflanzen beschatten mit ihren Blättern den Boden und das Haus.“ Mehr noch: Durch die Wasserverdunstung auf ihren Blättern kühlen sie aktiv die Luft. Je mehr Pflanzen vor dem Haus wachsen, desto besser für das Kleinklima. Im starken Kontrast dazu stehen die grauen Schotterschüttungen, die man immer noch vor vielen Häusern sieht. Diese heizen sich während des Tages stark auf und geben diese Hitze – vor allem während der Nacht – an die direkte Umgebung ab. Während also Pflanzen kühlen, wirkt Schotter wie eine unermüdliche Heizung. Darunter leiden die Menschen im Haus, die wenigen Gewächse, die hin und wieder in die grauen Flächen integriert werden, und auch die Tierwelt, die dort weder Unterschlupf noch Nahrung findet. Wie in einer Wüste passiert in den steinreichen Vorgärten also nicht viel – die Umgebung ist zu heiss und zu karg.

Bepflanzte Vorgärten sind pflegeleichter
Doch wieso wählt man lieber die graue Wüste als eine grüne Oase? In einer repräsentativen Marktforschung zeigte sich, dass Gartenbesitzer*innen mit der Gestaltung ihrer Vorgärten oftmals überfordert sind und das Thema Pflegeleichtigkeit daher sehr wichtig nehmen. „Hier kommen die Schotterwüsten ins Spiel. Auf den ersten Blick scheint es, als hätte man mit ihnen überhaupt keine Arbeit – nichts will gegossen oder geschnitten werden. Alles bleibt gleich. Aus diesem Trugschluss heraus haben sich viele Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer für diese Form der Vorgartengestaltung entschieden“, weiss Dr. Michael Henze vom BGL. „Auf lange Sicht mussten sie aber erkennen, dass das nicht stimmt und ein standortangepasster und fachgerecht bepflanzter Vorgarten deutlich weniger Zeit in Anspruch nimmt.“ Perfekt ist laut dem Experten für Garten und Landschaft eine geschlossene Bepflanzung mit Stauden, Gräsern und Bodendeckern. Sie sorgen dafür, dass sich Unkraut nicht ausbreiten kann, wogegen sich auf Flächen, die mit Schotter bedeckt sind, Unkräuter ansiedeln, Moose und Flechten entwickeln und Unrat ansammelt. All das ist sehr mühsam zu entfernen. Grau ist also nicht das „Allheilmittel“ bei Überforderung – gute Inspirationen dagegen schon. Um verunsicherten Hausbesitzer*innen beratend und inspirierend zur Seite zu stehen, starteten der BGL und seine Landesverbände daher bereits 2017 die Initiative „Rettet den Vorgarten!“. Das erklärte Ziel ist bis heute, den Menschen überzeugende Gründe für Grün an die Hand zu geben und mit guten Beispielen zu motivieren, den eigenen Vorgarten lebendiger und abwechslungsreicher gestalten zu lassen. Aus den Schotterwüsten, die in einigen Landesbauverordnungen sogar schon verboten sind, sollen grüne Oasen werden, die lange Freude bereiten und einen Beitrag zum Klima- und Artenschutz leisten.

Lieber Grün statt Grau
Gute Gründe für grüne Oasen statt grauer Schotterwüsten gibt es viele, und die Kühlung ihrer direkten Umgebung ist nur eine davon. Pflanzen reinigen die Luft von Feinstaub, verarbeiten Kohlendioxid und produzieren wichtigen Sauerstoff. Grüne Vorgärten fungieren darüber hinaus als Sichtschutz und tragen dazu bei, Wohnsiedlungen leiser zu machen, da sie schalldämpfend wirken. Neben diesen technischen Aspekten ist aber auch die ästhetische Wirkung wichtig. Nicht nur der eigene, sondern vielmehr die Gesamtheit der Vorgärten einer Strasse oder Siedlung werden als schön wahrgenommen und steigern die Aufenthaltsqualität in einem Quartier. „Man erfreut sich eben eher an schön bepflanzten Grünflächen, in denen das Leben summt und brummt, als tristen Grautönen von Schotterwüsten, wo nur die Hitze flimmert!“, so Dr. Michael Henze vom BGL. „Immerhin bieten bepflanzte Vorgärten Vögeln und Insekten Lebensräume, Rückzugsorte und Nahrung. Bienen und Schmetterlinge freuen sich über nektar- und pollenreiche Blüten. Vögel sind dankbar für den schattigen Platz in den Ästen eines dicht bewachsenen Baumes.“ Ausserdem kommt mit jeder Jahreszeit Abwechslung vor die Haustüren. Die Pflanzen setzen mit ihren Blüten Farbakzente und können einen positiven Effekt auf die Lebensqualität haben.

Wer dem eigenen Vorgarten und damit auch sich selbst etwas Gutes tun will, sollte sich an eine Landschaftsgärtnerin oder einen Landschaftsgärtner wenden. Die Profis wissen genau, welche Pflanzen am Standort am besten geeignet sind und beraten bei der individuellen Gestaltung. Mit der passenden Kombination verschiedener Pflanzen ist die Fläche vor dem Haus das ganze Jahr lang ein echter Hingucker, in dem das Leben blüht. Weitere Informationen, Bilder und eine Liste mit Fachbetrieben auf: https://www.mein-traumgarten.de/.

BGL
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