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Für ein natürliches Gartenbild: Gräser machen den Unterschied

Bild elegrass.

Wie alle Lebenswelten sind auch Gärten Moden unterworfen. Sie entwickeln Bilder von wünschenswerten Draussenräumen, Bücher und Zeitschriften sind voll davon.

Ob es nun eine Outdoorküche braucht, einen Schwimmteich, ausladende Loungelandschaften oder einen Platz für das Trampolin der Kinder, das sind Fragen der persönlichen Ansprüche, der sozialen Erwartungen und der finanziellen Möglichkeiten. Jenseits von diesen Ausstattungsmerkmalen verändert sich aber auch die Lebenswelt Garten selbst. Eine erfreuliche Entwicklung der Neuzeit ist es, den Garten wieder natürlicher zu gestalten, mit Wiesen statt Rasen, formales Design tritt hinter der Natur zurück und zollt Respekt vor einer natürlichen Vielfalt als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und damit auch für uns Menschen. Kontrolle und der Ordnungssinn werden unwichtiger, was für viele Hobbygärtner auch mit einem Aufatmen einhergeht. Weniger müssen, mehr zulassen, mehr Lebendiges entdecken. Die Diskussion, welche Pflanzen (noch) sein dürfen und welche nicht, wie heimisch die Flora sein „muss“, um der Artenvielfalt wirklich einen Dienst zu erweisen, lebt sehr virulent und ist nicht immer freundlich. Lauter werden aber auch immer häufiger die Stimmen derjenigen, deren Profession die Gartengestaltung ist, und die sehen die Vielfalt im Garten wesentlich entspannter. Tatsache ist, dass diese Diskussion nicht nur den Naturgarten fördert, sondern auch den naturalistischen und natürlich anmutenden Garten, der gar nicht so einfach zu planen und zu gestalten ist.

Bild elegrass.: Gräser und Stauden sind im Sommer ein echtes Dreamteam im Garten. Und wenn die Sonnenhüte längst verblüht sind, strahlen die Gräser immer noch.

Pflanzkunst zwischen Natur und Gestaltung

Der grosse Könner seines Fachs ist der Niederländer Piet Oudolf, dem es schon vor Jahrzehnten eindrucksvoll gelang, natürliche Vegetationsbilder kreativ nachzuahmen, mit lockerem Pflanzwuchs, Stauden, aber vor allem mit Gräsern. Sie erschaffen ein dynamisches, sehr interessantes Erscheinungsbild und das über den Sommer, den Herbst und den Winter. Vor allem letztere Jahreszeit blieb im Garten lange vernachlässigt. Heutzutage, wo man im späten Herbst den Garten nicht mehr „winterfest“ macht, sondern Stauden und Gräser für Kleintiere und Insekten stehen lässt, sind die Gräser im Garten noch wichtiger geworden. Der Fokus liegt heute auf Vielfalt, auf Schichtenbildung und Pflanzengemeinschaften – mit dem angenehmen Nebeneffekt von überschaubarem und ressourcensparendem Pflegeaufwand. Diese Gartenlandschaften sind inspiriert von der freien Natur von Prärien, Steppen und Wäldern.

Bild elegrass.: Herrlich wild. Verschiedene Gräser u.a. das rote Japanblutgras 'Red Baron', das zum Blütenfeuer der Montbretie wunderbar passt.

Wer sich bei der richtigen Pflanzenauswahl und unter Berücksichtigung von Standort, Boden- und Lichtverhältnissen Mühe gibt, der kann sich auf den naturalistischen Weg begeben und wird seine Freude am Entdecken des Gartens haben. Ohne Stauden geht dabei nichts, aber schon gar nicht ohne Gräser! Ob bodendeckend oder mit schwingenden langhalmigen Arten und Sorten, sie sind es, die dem naturalistischen Bild die Wirkung verleihen und das für den langen Rest des Jahres. Noch sind sie im Wachstum begriffen – man kann sie gerade jetzt gut pflanzen – bis zum Sommer haben sie ihre Höhe erreicht und dann kommt in der zweiten Jahreshälfte ihre grosse Zeit. Gräser begleiten Stauden wie Sonnenhut, Wasserdost, Verbenen oder Fetthenne unaufdringlich, schaffen charmante Verbindungen, machen aber auch strenge Wege und harte Kanten weich, und brauchen erstaunlich wenig Zuwendung. Sie brauchen den Sommer über keinen Gartenschlauch, keinen Dünger und sind auch widerstandsfähig gegenüber Schädlingen.

Gräser pflanzen ist einfach

Die Sortimente der Gräser sind äusserst vielfältig. Es gibt sie preiswert in kleinen Töpfen, wer sich allerdings nicht gut auskennt, dem seien die grösseren Töpfe empfohlen. Hier sehen Hobbygärtner schon gut, wie das Gras wirklich aussieht, welche Farbe es entwickelt und man kann sich leichter vorstellen, an welchen Stellen sich mit den Gräsern Akzente setzen lassen. Wichtig für den langen Sommer ist eine geschlossene Vegetationsdecke, denn nur sie verhindert ein Austrocknen des Bodens. Trotzdem sollte man von Anfang an nicht zu dicht pflanzen, damit sich die Gräser gut entwickeln können. Ruhige naturalistische Bilder entstehen auch durch Wiederholung und Rhythmus, d.h. es sieht natürlicher aus, wenn sich die Pflanzen im Garten wiederholen, das gilt auch für Gräser. Dazu teilt man sie entweder direkt beim Pflanzen oder man erwirbt gleich mehrere. Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so gross sein wie der Topf des Grases gross ist. Auf den Boden gibt man Kompost oder Hornmehl, dann lockert man die Wurzeln des Ballens mit der Hand und setzt die Pflanze so ein, dass sie nicht höher oder tiefer in der Erde steht, wie vorher im Topf. Festdrücken, damit keine Hohlräume bleiben, und dann wird die Pflanzstelle ordentlich angegossen. Wenn man die frisch gepflanzten Gräser in den ersten Wochen gut im Auge behält und Spontanvegetation, früher bekannt als Unkraut, jätet, dann gibt man dem Garten die besten Voraussetzungen. Wer am Anfang fleissig ist, darf danach ruhig faul sein, der naturalistische Garten wächst zwar nicht von alleine, aber doch mit viel weniger Aufwand als man das früher von gemischten Bepflanzungen gewöhnt war. Für die wetterextremen Sommer, wie wir sie mittlerweile durch den Klimawandel erleben, mit Starkregen, aber auch mit starker Trockenheit, sind naturalistische Gärten mit grosser Artenvielfalt gut gewappnet. Weitere Informationen zu Gräsern gibt es unter elegrass.com.

Bild elegrass.: Verbena bonariensis und Strahlkraft durch die Sonnenhüte, harmonisch verbunden durch verschiedene bodendeckende und langhalmige Gräserarten.

elegrass

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