
Beschattung kann verschiedene Funktionen erfüllen. Zuerst dient sie als Schattenspender für die Menschen, in zweiter Linie als Schattenspender für die Pflanzen. Je nach Exposition, Himmelsrichtung, Wind und der Beschattung durch bestehende Gebäude variieren die Anforderungen an den Sonnenschutz stark.
Der perfekte Schutz für schattenliebende Pflanzen
Da die Markise flexibel für Schatten sorgt, öffnet das ganz neue Möglichkeiten für die Begrünung. Viele beliebte Balkonpflanzen vertragen nämlich keine pralle Sonne und verbrennen schnell. Mit dem passenden Sonnenschutz gedeihen folgende Arten prachtvoll auf deinem Balkon oder der Terrasse:
- Fuchsien: Die absoluten Klassiker für schattigere Plätzchen. Sie blühen unermüdlich in den schönsten Farben, vertragen aber die Mittagssonne gar nicht.
- Begonien (insb. Knollenbegonien): Sie sind extrem pflegeleicht, farbenfroh und fühlen sich im Halbschatten oder lichten Schatten unter der Markise pudelwohl.
- Hortensien: Im Topf ein wunderschöner Blickfang. Sie brauchen viel Wasser und Halbschatten – pralle Sonne lässt ihre edlen Blüten sofort schlappmachen. Weitere Infos zu Hortensien.
- Fleissige Lieschen: Diese dankbaren Dauerblüher wachsen kompakt und bevorzugen schattige Standorte, an denen sie den ganzen Sommer über Teppiche aus Blüten bilden.
- Funkien (Hosta) & Farne: Wenn es eher edles Grün statt bunter Blüten sein soll. Ihre gemusterten Blätter bringen Struktur auf den Balkon und verbrennen in der direkten Sonne sofort.
Bei der Auswahl einer Markise lohnt es sich daher, die folgenden Punkte gründlich zu klären.
Hier ist deine Checkliste für ein sicheres und langlebiges Ergebnis:
1. Rechtliche Fragen (Bevor du einkaufst)
Mietobjekt oder Eigentumswohnung: Du bohrst in die Aussenwand – das verändert die Fassade. Als Mieter brauchst du zwingend das schriftliche Einverständnis des Vermieters. In einer Stockwerkeigentümergemeinschaft ist oft die Zustimmung der anderen Eigentümer nötig.
Baurecht: In manchen Regionen oder bei sehr grossen Markisen (Sonderanfertigungen) kann eine Baubewilligung erforderlich sein. Ein kurzer Blick in das lokale Baureglement schadet nie.
2. Der Untergrund (Das Fundament des Erfolgs)
Das ist der wichtigste technische Punkt. Eine geöffnete Markise wirkt bei Wind wie ein Segel und entwickelt enorme Hebelkräfte.
- Mauerwerk prüfen: Handelt es sich um Beton, Vollklinker, Lochziegel oder Porenbeton? Davon hängt ab, welche Dübel und Schrauben du brauchst.
- Achtung bei Dämmung (WDVS): Hat dein Haus eine Wärmedämmung? Dann darfst du die Markise auf keinen Fall einfach so durch die Dämmung an der Wand festklatschen. Du quetschst sonst die Dämmung und riskierst Wasserschäden. Hier brauchst du spezielle Abstandsmontagesysteme (z. B. Thermax von Fischer), die die Last direkt in den tragenden Beton leiten.

3. Montageart und Positionierung
Überlege dir genau, wo und wie die Markise befestigt werden soll:
- Wandmontage: Der Klassiker.
- Deckenmontage: Ideal, wenn darüber ein Balkon ist.
- Dachsparrenmontage: Wenn die Markise an den Holzbalken des Dachüberstands befestigt werden soll (erfordert spezielle Halterungen).
- Die richtige Höhe: Bedenke die Durchgangshöhe. Wenn die Markise ausgefahren ist, neigt sie sich nach unten (meistens im Winkel von 15° bis 30°). Sie sollte am tiefsten Punkt (dem Ausfallprofil) immer noch mindestens 2 Meter hoch sein, damit niemand den Kopf einziehen muss.
4. Die Wahl der richtigen Markise
Typen:
- Offene Markise: Günstig, aber Tuch und Technik sind dem Wetter schutzlos ausgeliefert (nur sinnvoll unter einem tiefen Dachüberstand).
- Hülsen-/Halbkassettenmarkise: Das Tuch ist geschützt, die Arme oft nicht.
- Kassettenmarkise: Der Rundum-Schutz. Im geschlossenen Zustand ist alles wetterfest verpackt.
- Grösse: Die Markise sollte idealerweise an jeder Seite etwa 20–30 cm breiter sein als der Bereich, den du beschatten willst, da die Sonne im Tagesverlauf wandert.
5. Bedienung, Extras und Smart Home
- Kurbel vs. Motor: Eine Kurbel ist günstig und unkompliziert. Ein Funkmotor bietet jedoch deutlich mehr Komfort und ist bei grossen Markisen eigentlich Pflicht.
- Sicherheits-Features: Ein Windwächter (Sensor) ist eine extrem kluge Investition. Er sorgt dafür, dass die Markise bei Sturm automatisch einfährt, wenn du mal nicht zu Hause bist.
- Smart-Home-Steuerung: Wer maximalen Komfort will, setzt auf eine Einbindung ins Smart Home (z. B. via Somfy, Homematic oder Apple Home). Dadurch lässt sich die Markise bequem per App auf dem Smartphone oder via Sprachbefehl steuern. Das Geniale daran: Du kannst automatisierte Szenarien erstellen. Die Markise fährt dann zum Beispiel automatisch aus, sobald im Sommer die Innentemperatur im Haus einen bestimmten Wert übersteigt, oder schliesst sich am Abend von alleine.
Wichtiger Sicherheitshinweis zur Montage: Trau dich ruhig ans Heimwerken, aber montiere eine Markise niemals allein. Die Dinger sind sehr schwer (oft 40–80 kg) und unhandlich. Zudem ist der Einsatz von Injektionsmörtel (Flüssigdübel) bei den meisten Wandtypen Standard, um eine absolut bombenfeste Verbindung zu garantieren. Wenn du dir unsicher bist, lass die Verankerung lieber vom Fachbetrieb machen – das schont die Nerven und das Haus.

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