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Frühlingserwachen im Garten: Aber bitte sicher!

Bild garten.ch

Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken uns nach draussen, die Vögel zwitschern, und im Garten sprießen die ersten Frühlingsblumen.

Endlich ist die Winterpause vorbei! Viele von uns zieht es jetzt mit grossem Elan in die Grüne Oase. Wir packen die Gartenschere, hantieren mit Spaten und Blumenerde und freuen uns darauf, das eigene Paradies für die kommende Saison herzurichten.

Doch bei aller Vorfreude und Schaffenskraft sollten wir nicht vergessen: Der Garten ist auch ein Ort, an dem man sich schnell verletzen kann. Besonders im Frühjahr, wenn wir noch nicht so an die körperliche Arbeit gewöhnt sind und viele verschiedene Tätigkeiten gleichzeitig anfallen, ist das Risiko erhöht.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du dich effektiv schützen kannst, welches die häufigsten Stolperfallen sind und was unbedingt in deine Garten-Apotheke gehört, damit du die Gartensaison unbeschwert geniessen kannst.

Bild garten.ch: Lederhandschuhe mit langem Lederschaft schützen auch die Unterarme beim Rosenschnitt.

So schützt du dich: Tipps für ein sicheres Gärtnern

Vorbereitung ist alles. Mit ein paar einfachen Massnahmen kannst du das Verletzungsrisiko drastisch senken.

  • Aufwärmen: Gärtnern ist körperliche Arbeit. Behandle es wie Sport. Ein kurzes Aufwärmen der Muskulatur, besonders von Rücken und Schultern, kann Zerrungen und Krämpfen vorbeugen.
  • Die richtige Haltung: Hebe schwere Lasten, wie Erdsäcke oder volle Giesskannen, immer aus den Knien und mit geradem Rücken. Vermeide ruckartige Bewegungen. Wenn möglich, teile schwere Lasten auf oder nutze eine Schubkarre.
  • Pausen machen: Gönne dir regelmässige Pausen, besonders bei monotonen Arbeiten wie Unkrautjäten. Stehe auf, recke und strecke dich, und trinke ausreichend Wasser.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Deine Ritterrüstung im Beet

Auch wenn es im Frühling warm wird: Die richtige Kleidung und Ausrüstung ist essenziell.

  • Feste Handschuhe: Sie sind das A und O. Sie schützen vor Dornen (wie bei den Rosen), Blasen an den Händen, Schnitten durch scharfe Werkzeuge und vor Verschmutzungen, die Infektionen verursachen können. Wähle Handschuhe, die gut passen und für die jeweilige Aufgabe geeignet sind.
  • Schutzbrille: Ein unterschätztes Utensil. Besonders beim Gehölzschnitt mit der Astschere, beim Arbeiten mit dem Rasentrimmer oder wenn man in dichtes Gebüsch greift, schützt sie die Augen vor zurückschnellenden Ästen, Staub, Steinen und Schmutz.
  • Feste Schuhe: Gummistiefel oder feste Wanderschuhe bieten Halt auf unebenem Gelände, schützen vor dem Ausrutschen auf feuchtem Gras und bewahren die Zehen vor Verletzungen, falls mal ein Werkzeug herunterfällt.
  • Sonnenschutz: Vergiss nicht, dich vor der Sonne zu schützen. Ein Hut und Sonnencreme sind Pflicht, auch wenn es sich noch nicht so heiss anfühlt. Die Frühlingssonne kann bereits stark sein.

Bild garten.ch: Mechanische Arbeiten wie Spitzen, Hacken, Umgang mit Flex oder Schlagbohrmaschine oder das Ausbringen von Spritzbrühe erfordern eine geeignete Schutzbrille.

Die häufigsten Verletzungen im Frühjahr

Im Frühjahr sind es oft die Schnittwunden, die durch das Beschneiden von Bäumen und Hecken entstehen. Auch Rückenbeschwerden, Zerrungen und Prellungen treten häufig auf, da der Körper die körperliche Belastung nicht mehr gewohnt ist. Mit der Wärme kommen auch die Zecken und Insekten zurück, die zu unschönen Stichen und Bissen führen können.

    Schnitt- und Stichwunden: Verursacht durch Dornen, Scheren, Messer oder Werkzeugkanten. Gefährlich sind Infektionen durch Schmutz.

    Rückenprobleme und Zerrungen: Folge von falschem Heben, stundenlangem Bücken oder monotoner Arbeit. Der „Hexenschuss“ ist ein häufiger Begleiter.

    Stürze: Auf unebenem Boden, über Werkzeug oder von der Leiter. Führen zu Prellungen, Verstauchungen oder Knochenbrüchen.

    Augenverletzungen: Durch Äste oder herumfliegenden Schmutz beim Trimmen und Mähen.

    Insektenstiche und Zeckenbisse: Können allergische Reaktionen auslösen oder Krankheiten übertragen.

Deine Checkliste für die Garten-Apotheke

Trotz aller Vorsicht kann ein kleines Missgeschick passieren. Deshalb gehört eine gut sortierte Erste-Hilfe-Ausrüstung in jeden Haushalt mit Garten. Sie sollte griffbereit sein und regelmässig auf Vollständigkeit und Haltbarkeit geprüft werden.

Hier ist die Checkliste für deine Garten-Apotheke:

  • Pflaster (verschiedene Grössen): Für die Erstversorgung kleiner Schnitte.

  • Desinfektionsspray (alkoholfrei): Zum Reinigen von Wunden.

  • Wund- und Heilsalbe: Unterstützt die Wundheilung.

  • Splitterpinzette: Unverzichtbar zum Entfernen von Dornen und Holzsplittern.

  • Zeckenzange oder Zeckenkarte: Zur sicheren Entfernung von Zecken.

  • Sterile Kompressen: Zum Abdecken grösserer Wunden.

  • Mullbinde / Fixierbinde: Zur Fixierung von Kompressen.

  • Einmalhandschuhe: Für hygienische Erste Hilfe.

  • Kühlgel oder Salbe bei Insektenstichen: Lindert Juckreiz und Schwellungen.

  • Augenspülung (Einmaldosis): Zum Ausspülen von Fremdkörpern.

Impfschutz

Während man sich gegen die von Zecken übertragenen Borreliose-Bakterien leider nicht impfen lassen kann (hier hilft nur schnelles Entfernen und Beobachten der Einstichstelle), gibt es für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) einen wirksamen Impfschutz. Überprüfe unbedingt deinen Tetanus-Impfschutz! Die Erreger des Wundstarrkrampfs kommen überall im Erdreich vor. Schon ein kleiner Kratzer kann ausreichen, um sich zu infizieren. Eine aktuelle Impfung ist der beste Schutz.

Hilfe bei Vergiftungen

Nicht alle Früchte von Garten-Pflanzen sind für den Verzehr geeignet. Unbaufsichtigte Kleinkinder stopfen manchmal alles in den Mund, was ihnen in zwischen die Finger kommt. Wenn man unsicher ist bezüglich der Pflanzen und der konsumierten Menge, dann hilft der Dienst Toxinfo  weiter. 

Mit diesen Tipps und der richtigen Ausrüstung steht einem sicheren und freudigen Start in die Gartensaison nichts mehr im Wege. Geniesse die Zeit im Grünen!

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