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Abkühlung im Garten – Viele Pflanzen! Grüne Gärten sind herrlich erfrischend

Bild Appeltern

Dieser Sommer lässt es uns wieder am eigenen Körper spüren: Der Klimawandel ist real. An manchen Tagen klettern die Temperaturen höher und höher. Gerade in den Innenstädten mit all dem Asphalt und Beton, Glas und Metall heizt sich die Umgebung immer weiter auf und setzt Mensch und Tier deutlich zu.

Gut, wenn hier und da ein grosser Stadtbaum für Schatten und Kühle sorgt. Noch besser, wenn ein Park fussläufig zu erreichen ist, in den man sich zurückziehen kann. Wer hat, geniesst derweil den eigenen Garten. Umgeben von Stauden, Gräsern und Gehölzen sind die Hitzetage deutlich besser auszuhalten.

Bild Appeltern: Gerade auf kleinen Grundstücken ist die Umsetzung der 30:70 Regel nicht immer einfach. Dann rät Ben van Ooijen, in die Höhe zu gehen, zum Beispiel mit Kletterpflanzen. Hier rankt Blauregen (Wisteria) eine Pergola empor.

„Pflanzen kühlen und befeuchten aktiv die Luft und sorgen damit für ein angenehmeres Klima", weiss Landschaftsgärtner Ben van Ooijen von den Gärten von Appeltern. „Grund ist neben dem Schattenwurf auch die Fähigkeit, Wasser über ihre Blätter zu verdunsten. Dabei entziehen sie der Umgebungsluft Wärme, was zu einem kühleren Mikroklima führt." Grosse Gehölze beispielsweise können mit ihrer blattreichen Krone die gefühlte Temperatur in ihrem Umfeld um bis zu 15 Grad Celsius senken - das ergab eine Studie der niederländischen Universität Wageningen, die die Kühlleistung eines grossen Baumes mit 20 bis 30 Kilowatt bezifferte. Das entspricht der Funktion von zehn Klimaanlagen!

Bild Appeltern: Grüne Grundstücke sind im Sommer herrlich erfrischend und bieten selbst an Hitzetagen einen Rückzugsort, an dem es sich gut aushalten lässt.

Grün statt Grau

In Zukunft werden Hitzetage und Tropennächte immer häufiger auftreten. Umso wichtiger ist es, sowohl Städte als auch Privatgärten an diese neuen Herausforderungen anzupassen. Mehr Grün ist im Grossen wie im Kleinen unverzichtbar! Van Ooijen: „Im Garten sollten Pflanzen immer das Zepter in der Hand halten. So wichtig und gestalterisch wertvoll Wege, Mauern, Treppen und Terrassen auch sind, sie dürfen nie den Grossteil der Fläche ausmachen. Etwa 1:3 ist meiner Erfahrung nach ein ausgeglichenes Verhältnis von befestigten Böden zu lebendigen Pflanzen."

Gerade auf kleinen, städtischen Grundstücken ist die Umsetzung dieser Regel jedoch nicht immer einfach. Schon eine Terrasse für die ganze Familie kann so viel Platz einnehmen, dass für Pflanzen nur noch wenig Fläche zur Verfügung steht. Dann rät der Gartenprofi, in die Höhe zu gehen mit Hecken, Hausbäumen, Kletterpflanzen und hohen Gräser. „So werden die Beläge beschattet und die Flächen heizen sich nicht so stark auf. Zudem erzeugen Höhenunterschiede Tiefe, Atmosphäre und Spannung im Garten", so der Gründer der Gärten von Appeltern. „Für ein harmonisches und gemütliches Gesamtbild sollte die Hälfte der Gartengewächse daher stets höher als 90 Zentimeter sein."

Bild Appeltern: Ein Garten, der vom Haus oder der Terrasse aus komplett einsehbar ist, wirkt laut  Ben van Ooijen eher langweilig. Platziert man jedoch auch inmitten der Fläche Sträucher, Hausbäume oder Hecken, entstehen Räume mit Gemütlichkeit.

Wichtig hierbei ist laut dem Experten auch die Anordnung. Eine Reihenpflanzung gleich hoher Gewächse entlang der Grundstücksgrenze versperrt zwar neugierige Blicke von Nachbarn und Passanten, erzeugt aber keine Privatsphäre. Aus diesem Grund sollte bei der Anlage eines Gartens bewusst auch aus zu geometrisch-akkuraten Strukturen ausgebrochen werden. „Ein Garten, der vom Haus oder der Terrasse aus komplett einsehbar ist, wirkt eher langweilig - zugleich fühlt man sich überall wie auf dem Präsentierteller", so van Ooijen. „Steht nicht gerade ein Baumriese in der Nähe und beschattet die Gartenmitte, ist es dort im Hochsommer zudem meist nicht auszuhalten. Platziert man jedoch auch inmitten der Fläche hohe Sträucher, kleine Hausbäume, Hecken oder eine berankte Pergola, entstehen Räume mit Gemütlichkeit und einem angenehmen Klima."

Erfrischende Glücksgärten

Glücksgärten nennt Ben van Ooijen Grundstücke, die diese Tipps beachten. 2011 hat er für seinen Garteninspirationspark „Die Gärten von Appeltern" das Konzept dazu entwickelt und zeigt auf dem 22 Hektar grossen Gelände gar nicht weit von Nimwegen, wie unterschiedlich diese Grundvoraussetzungen für Gartenglück umgesetzt werden können - für kleine Stadthäuser wie auch für grosse Flächen ausserhalb der Ballungszentren, für moderne, zurückhaltende Architektur wie für farbenfrohe Cottagegärten. Über 200 verschiedene Schaugärten können die Besucher vor Ort erleben und sich von der Pflanzenvielfalt inspirieren lassen. „Gerade jetzt spürt man bei uns auch den Effekt ganz deutlich, den grüne Grundstücke im Hochsommer haben: Sie sind herrlich erfrischend und bieten selbst an Hitzetagen einen Rückzugsort, an dem es sich gut aushalten lässt." Weitere Details zu den Grundvoraussetzungen für Gartenglück sowie Informationen zu den Gärten von Appeltern gibt es online auf https://appeltern.nl/de/.

Bild Appeltern: Ben van Ooijen rät, bei der Anlage eines Gartens bewusst aus geometrisch-akkuraten Strukturen auszubrechen und so Spannung in das Gesamtbild zu bringen.

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